Alexandra Lavizzari, *1953 in Basel; wohnhaft in Rom. Letzte Veröffentlichungen: «Ein Sommer», Novelle, Zytglogge Verlag, 1999; «Gwen John Rodins kleine Muse», Roman, Zytglogge Verlag, 2001.
Alexandra Lavizzari
für Aglaja Veteranyi
sehrblau war dein blick über den dingen
und was du dir dachtest dabei immer
brüchig und auf der flucht vorm zu vielen
gewicht hielts dich nirgends länger als
ein erdendreh frau zwischen den seilen
zeilen tanzend fundfreudig im fremden
gut und wortreich dennoch nicht hin
reichend fürs leben schlechthin
traumreise
ein gedankenflug
erste klasse
du und zurück
zielstrebig
reisen weit
gehend durch sand
dschungel und
wald weit
schweifig durch
luft und
wasser weit
sichtig durch
tag und
jahr dem
still
stand
zu
Reise
Die Fahrkarte
drüben einfach
am Apothekenschalter
problemlos gelöst
und billig
abends
nach dem letzten Brief
mit mundvoll Rundem
den Aufbruch geschluckt
und morgens
nach dem letzten Krampf
das verdammte Wunder
eine Retourkarte
nie gelöst
den Weißgekittelten
in den Schoß
gekotzt
zurück
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