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Gabriele Markus; *1939 in Bern; lebt als Sängerin, Musikpädagogin und Schriftstellerin in Zürich; Lyrik und Kurzprosa in Literaturzeitschriften und Anthologien; drei Gedichtbände; Werkhalbjahr der Stadt Zürich 1997.
Letzte Veröffentlichung: «Ohr am Boden», Gedichte, Verlag Im Waldgut, Frauenfeld 1997. Mehrere Gedichtzyklen wurden vertont, zuletzt durch Christian Siegmann (Uraufführung März 1999).
Gabriele Markus
Anderswo, jetzt
Schlaf, mein wärmender Flügel, flußabwärts
treibend in entlegenen Traum.
Wörter gefrieren. Ein Mund anderswo jetzt,
im Zimmer Eiszeit.
Schräg der Einfall des Lichts, weiß
geschüttet durch Fenster auf weißere Laken.
Ein Stuhl, Fragment aus barbarischer Zeit,
steht im Schatten, brütet. Die Wanduhr ist eingenickt.
Schnee überfiel das Geländer, das gleißende drüben,
kein Süden in Sicht.
Geschlossene Türen, Augen, schneller Lidschlag
um Zuckungen ärmer ein Leben. Stimmen, sich lösend
aus Kammern, verschreckten Ecken,
das Schweigen der Truhe dagegengesetzt,
ein Vermächtnis
wo Wörter frieren, vergiß deine Zunge.
Ein Mund anderswo jetzt, und jenseits der Fluß.
Heftig der Wunsch nach Orangen, nach
Mund, nach Haut. Das Bittere, Süße, die langsame
Rötung hinauf. Ein Geländer nach Süden, leichthin
dein Haus schlägt Tür um Tür auf, wirft
Spuren ins Land. Wasser, Dämmerung, Schnee,
ein witterndes Tier. Dann lautlos
der gebogene Flügel.
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